Pfalz 2003

Weinreise, die Dritte

In diesem Herbst hat unser KuB mal wieder eine feine Reise in ein Weinbaugebiet angetreten, und zwar in die Pfalz.

Nach langer, gründlicher Planung, an der maßgeblich die Eheleute Steinmann mit ihren Freunden in Rheinland-Pfalz beteiligt waren, machten sich 30 Winzermärker am 10. Oktober wohlgelaunt per Omnibus auf den Weg. Mit gutem Fahrer und ohne Stau erreichten wir mittags „unser“ gepflegtes, schön gelegenes Hotel in Edenkoben. Die ruhige Lage in den Weinbergen und die guten Matratzen kamen unserem nächtlichen Ruhebedürfnis entgegen – denn die drei Tage waren mit Programm randvoll!

Gleich am Freitag besuchten wir nachmittags ein kleines Weingut, das sich auf die Herstellung von Edelessig spezialisiert hatte. Die Führung in Kutten durch den mit Kerzen beleuchteten und mit mittelalterlicher Musik beschallten Fasskeller war schon ein Erlebnis. Und dann erst die tropfenweise Verkostung der diversen Edel-Essige, die durch Früchte oder Kräuter besondere Geschmacksrichtungen aufwiesen! Aber am eindrucksvollsten waren wohl die im Pfälzer Dialekt vorgetragenen Geschichten, die der ökologisch- antroposophisch- philosophisch geprägte Hausherr zu jeder seiner Essigkreationen zum Besten gab.

Danach ging es zur Weinprobe in das ehemalige Kloster Edenkoben. Zwar fehlten hier die Kutten, und der Weinkeller war trotz seiner alten Gewölbe nicht so urig wie der beim „Essigdoktor“, dafür war der zuerst angebotene Wein saurer als der Edelessig! Und so klang der erste Tag lustig aus, nachdem wir uns im Hotel mit einem deftigen Pfälzer Menu gestärkt hatten.

Am Samstag fuhren wir bei Sonnenschein mit einer ortskundigen Reiseführerin über die südliche Weinstraße nach Landau und Bad Bergzabern, durch das „Deutsche Weintor“ nach Wissembourg ins Elsass.
Nach all den Stadtbesichtigungen kam das „Flamküchle-Essen“ gut an. Während der Rückfahrt hielten wir kurz an der sog. „Maginot-Linie“ und bekamen einen Eindruck von der enormen französischen Befestigungsanlage des 2. Weltkriegs. Mit wie viel Aufwand wurden meterdicke Betonbunker geschaffen und beschossen und Menschen verheizt! Der Tag klang aus mit einem exquisiten 5-Gang-Schlemmer-Menu bei Kerzenschein.

Am Sonntagmorgen wurden leider schon wieder die Koffer gepackt, aber wir bekamen noch etliches zu sehen. Zunächst besichtigten wir das nahe gelegene Schloss „Ludwigshöhe“, das der bayerische König Ludwig I. als Sommersitz im neoklassizistischen Stil Mitte des 19. Jhdts. erbauen ließ. Hier beeindruckten uns besonders die pompejischen Deckenmalereien, die „moderne“ Küche und der herrliche Weitblick über die Weinberge – fast wie in der Toskana !

Weiterer Höhepunkt dieses sonnigen, kühlen Sonntags war die Besichtigung des Hambacher Schlosses, das mit seinem Fest im Jahre 1832 auch als „Denkmal der deutschen Demokratie“ bezeichnet wird.

Leider reichte die Zeit nicht für eine intensive Betrachtung der umfangreichen Ausstellung, denn wir waren zum Mittagessen im „ größten Weinfass der Welt“, Bad Dürkheim, angemeldet. Dort konnte jeder Mitfahrer noch eine Spezialität wie „Saumagen“ oder „Worscht“(salat) bestellen und anschließend im herbstlich gefärbten Kurpark sich die Beine vertreten. Danach ging’s reibungslos Richtung Heimat, die wir wohlbehalten gegen 21 Uhr erreichten.

Beitrag von S. Timpe