Vortragsveranstaltung

In einem sehr interessanten Vortrag hat Pastor Dr. Kohl die Lebensverhältnisse der Bauern und Kötter in Niederbonsfeld vor 150 Jahren mit der heutigen Zeit verglichen. Über 40 Gäste nahmen an der Veranstaltung des Kultur- und Bürgervereins Niederbonsfeld im Gasthaus Silva teil und konnten sich anhand von Fotomaterial und ausführlichen Schilderungen der Wohn-, Lebens- und Arbeitsverhältnisse im 19. Jahrhundert ein Bild von der vorherrschenden Genügsamkeit aber auch Armut und den im Laufe der Zeit eingetretenen Veränderungen verschaffen.

Nicht unerwähnt blieb in diesem Zusammenhang die für die kath. Kirchengemeinde St. Engelbert bevorstehende Entscheidung, ob im Rahmen der notwendigen Einsparmaßnahmen des Bistums entweder das Kirchengebäude oder das Pfarrheim aufgegeben wird. Herr Dr. Kohl gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich die Entscheidung alleine an den Wünschen der Menschen für ein vielfältiges Zusammenleben im Ortsteil orientiert.

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Das war es also wieder einmal in Sachen Ausbau der Kohlenstraße ????

Das war es also wieder einmal in Sachen Ausbau der Kohlenstraße.

Alle Auskünfte des Landesbetriebes Straßen NRW entsprechen exakt den Aussagen aus dem Jahr 2010. Auch damals sollte das Planfeststellungsverfahren mit zwei jähriger Laufzeit unmittelbar bevor stehen. Selbst der Hinweis auf eine hohe Positionierung in der Prioritätenliste des Regionalrates fehlte nicht. Fertige Vorentwurfspläne des beauftragten Ingenieurbüros Schwietering, Aachen, die dem Kultur- und Bürgerverein vorliegen, stammen aus dieser Zeit. Das ganze wiederholte sich dann mit denselben Absichtserklärungen im Jahr 2014.

Tatsache ist, dass der Landesbetrieb bisher alle Anfragen mit unrealistischen Terminen für das Planfeststellungsverfahren bzw. den Baubeginn beantwortet hat. Wie anders soll man die immer gleichen und zum Teil auch unzutreffenden Argumente verstehen? Die Behauptung, die Straßenanlieger würden die Verzögerungen verursachen, hat der Kultur- und Bürgerverein schon 1997 in einem gemeinsamen Treffen mit allen Beteiligten widerlegt.

Nun also wieder die Ankündigung eines Programms über ca. 5 Jahre. Und das in einer Zeit, in der keine Mittel abgerufen werden können, weil es an technischem Personal in der Straßenbauverwaltung fehlt.

Auf jeden Fall hat sich der Landesbetrieb Straßen NRW mit der erneuten Ankündigung eines Planfeststellungsverfahrens und eines zweifelhaften Bauzeitenplanes wieder einmal viel Luft verschafft.

Ulrich Born
(Geschäftsführer)
Kultur- und Bürgerverein
Hattingen-Niederbonsfeld e.V

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Breitbandausbau in Niederbonsfeld

Auch in Niederbonsfeld macht der digitale Fortschritt nicht halt, die Ausbauarbeiten gehen zügig voran und der schwarze Lindwurm der Kabeltrasse zieht sich frisch asphaltiert die Tippelstraße herunter ….

So werden die Leerrohre für die Glasfaserkabel in den Bürgersteig eingebaut, die neuen Multifunktionsgehäuse zur Aufnahme der aktiven Komponenten sind schon verteilt …

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Kohlenstrasse: Land plant Gehweg

Quelle: WAZ Langenberg vom 16.08.2017, mit freundlicher Genehmigung des Autors Harald Wiegand

Quelle: WAZ Langenberg vom 16.08.2017

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Heimatkundliche Rundfahrt des Kultur- und Bürgervereins Hattingen – Niederbonsfeld e.V. durch den EN-Kreis am 11. Juni 2017

Am 11. Juni gegen 08.00 h fanden sich 33 Teilnehmer am Winzermarkplatz ein, um an der heimatkundlichen Fahrt des Kultur- und Bürgervereins Hattingen – Niederbonsfeld e.V. durch den Ennepe-Ruhr-Kreis teilzunehmen. Der Oldtimerbus kam mit etwa 30minütiger Verspätung an, weil der Winzermarkplatz nicht gefunden wurde. Der Bus war ein Gelenkbus für den öffentlichen Nahverkehr aus dem Jahr 1962, der vom ursprünglichen Elektroantrieb (O-Bus) auf Dieselantrieb umgebaut worden war. Der Motor war im Vorderwagen als nicht gedämmter Unterflurantrieb eingebaut. Den Lärm, den er verbreitete, ließ eine Verständigung zwischen Führer und Teilnehmern auch mit Lautsprecherunterstützung nicht zu. Die Warnung, nicht über die Serpentinen zur Ruhr hinunter zu fahren, überhörte der Fahrer, sodass alle froh waren, dass uns kein Fahrzeug entgegen kam.

Die Fahrt führte von Hattingen nach Sprockhövel, vorbei an der Zeche „alter Hase“ und der Zwiebelturm-Kirche, auf Nebenstraßen ins Muttental. Zum Bethaus, unserer ersten Station, wurde ein kurzer Fußmarsch zurückgelegt. Aus der im Zeitplan ausgewiesenen Schmiedevorführung wurde allerdings nichts, weil der Mitarbeiter im Bethaus keine entsprechende Information erhalten hatte. So konnte er den Teilnehmern nur etwas über die Geschichte des Hauses und seine Funktion zu Beginn des Kohlebergbaus erzählen. Das 1830 erbaute Haus diente damals den Bergleuten als Sammelort vor und nach einer Schicht und enthält heute im Erdgeschoss ein kleines Museum mit Werkzeugen und Lampen (Geleucht) aus dieser Zeit. Im Obergeschoss, dem ehemaligen Versammlungsraum der Bergleute, werden heute Erfrischungen gereicht. Die Schmiedevorführungen vor dem Haus werden hauptsächlich für Kinder angeboten, die dabei auch selber schmieden können.

Als alle wieder im Bus waren, ging´s weiter zum Geologischen Aufschluss, wo die Auffaltung der Gesteinsschichten mit den eingelagerten Kohleflözen zu sehen ist. Beginnend in den 1570er Jahren begann hier der Kohlebergbau zunächst im Tagebau.

Auf der anderen (nördlichen) Seite des Bergrückens befindet sich die Zeche Nachtigall, die bereits 1714 in Betrieb gegangen ist. Hier begann der Tiefbau mit Abteufen von Schächten und den Problemen mit der Wasserhaltung, die 1852 mit der Schließung der Zeche wegen Unrentabilität endeten. Im heutigen Museum steht eine der ältesten Schachtfördermaschinen mit Dampfantrieb und interessanten Seilwinden. Im hinteren Teil des Museums ist die Kohleverschiffung auf der Ruhr nach Duisburg aufgearbeitet und ein Nachbau einer Ruhraake zu begehen. Daneben liegt die Zeche Theresia mit dem Feldbahnmuseum. Oben auf dem Hügel liegt das Schloss Steinhausen, das 1297 erstmalig erwähnt wurde. Seine heutige Gestalt erhielt es durch den Unternehmer Friedrich Wilhelm Dünkelberg, der im 19. Jh. auf der ehemaligen Zeche Nachtigall eine Ziegelei mit zwei Ringöfen betrieb.

Von Bommern aus erreichten die Teilnehmer Wengern, wo unterhalb der Stadtkirche ein Stopp eingelegt wurde. Entlang der Elbsche, einem kleinen Bach, der aber bei Starkregen schnell anschwillt und daher stark gegen Hochwasser geschützt wurde, wanderten die Teilnehmer zum Henriette Davidis Museum. Henriette Davidis’ Hauptwerk erschien 1845 mit dem Titel: Praktisches Kochbuch. Im Untertitel heißt es: „Zuverlässige und selbstgeprüfte Recepte der gewöhnlichen und feineren Küche. Practische Anweisung zur Bereitung von verschiedenartigen Speisen, kalten und warmen Getränken, Gelees, Gefrornem, Backwerken, sowie zum Einmachen und Trocknen von Früchten, mit besonderer Berücksichtigung der Anfängerinnen und angehenden Hausfrauen.“ Die erste Ausgabe entwickelte sich zu dem Kochbuch des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, das zur Grundausstattung vieler deutscher Haushalte gehörte. Es lebt heute noch u.a. im Dr. Oetgers Kochbuch weiter. Die evangelische Stadtkirche steht einige Schritte weiter oberhalb des Baches.

Sie soll auf eine Holzkirche aus der Zeit der Sachsen-Kriege Karls des Großen zurück gehen, was allerdings nicht belegt ist. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Wengeraner Kirche in einem Brief von 1246, nach dessen Inhalt sie damals St. Liborius geweiht war. 1264 wurde der zuvor romanisch geprägte schlichte Saalkirchenbau im Sinne der Gotik erweitert. 1543 trat die Kirchengemeinde fast geschlossen der Reformation Martin Luthers bei. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche durch verschiedene Um- und Anbauten in mehreren Jahrhunderten und die Renovierung in den Jahren 1994/95. Eine Innenbesichtigung fand nicht statt. Neben der Kirche steht der Leimkasten. Das ab 1541 errichtete Gebäude weist Inschriften in Deutsch, Hebräisch, Lateinisch und Griechisch auf. Daher wird angenommen, dass es früher zur Dorfkirche gehörte. Den Namen Leimkasten erhielt das Haus von der dort tagenden Studentenvereinigung Leimkasten vor 1914. Seit dem 20. Jahrhundert wird das Fachwerkgebäude als Gaststätte genutzt.

Das Mittagessen genossen die Teilnehmer im Landgasthaus „Sondermanns Zur Bergeshöh´“. Es liegt am Höhenweg außerhalb von Schwelm. Es gab ein Fleisch-, ein Fisch- und ein Salatgericht zur Auswahl und war im Fahrpreis inbegriffen. Da jeder seine Wahl schon während der Fahrt treffen konnte, hielt sich die Mittagspause in zeitlichen Grenzen.

Als nächstes Ziel wurde die Heilenbecker Talsperre angefahren. Sie wurde in den Jahren 1894 bis 1896 auf dem Gebiet der heutigen Städte Ennepetal – nahe dem Ortsteil Rüggeberg – und Breckerfeld errichtet und ist die älteste Talsperre Südwestfalens. Gestaut wird die Heilenbecke, die 7,5 km unterhalb der Talsperre bei Ennepetal-Milspe in die Ennepe mündet. Bei einem maximalen Fassungsvermögen von 450.000 m³ beträgt die Wasseroberfläche des Staubeckens 8,5 ha. Ursprünglich war die Heilenbecketalsperre ein Wasserreservoir für die Hammerwerke und Schleifkotten, die entlang der Heilenbecke angesiedelt waren. Heutzutage dient sie jedoch in erster Linie der Trinkwasserversorgung; daneben der Aufhöhung der Ruhr bei Niedrigwasser. Die Staumauer ist eine Gewichtsstaumauer aus Bruchsteinmauerwerk mit einer Höhe von 19,5 m, einer Kronenbreite von 4,1 m und einer Kronenlänge von 205 m. Sie wurde nach den Entwürfen von Otto Intze erbaut und von 1988 bis 1990 saniert. Mit einem etwa 2,4 km langen Rundweg ist die Talsperre ein beliebtes Gebiet für Wanderer und Jogger; die Gaststätte, die sich unmittelbar am Parkplatz befand, wurde im Sommer 2006 durch ein Feuer bis auf die Grundmauern zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Talsperre wurde als technisches Denkmal von überörtlicher Bedeutung, das aus wissenschaftlichen und baugeschichtlichen Gründen zu erhalten und zu nutzen ist, unter Denkmalschutz gestellt.

Das Kaffeetrinken, das ebenfalls im Fahrpreis enthalten war, fand im Haus Martfeld statt. Dies liegt am östlichen Rand von Schwelm. Sein Name, der sich mit „sumpfiges Gelände“ übersetzen lässt, wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts als kurkölnischer Burgmannssitz errichtet. Die einstige Wasserburg Martfeld gehörte zu einem Netz von Stützpunkten, das die Besitzungen des Kölner Erzbischofs zwischen Ruhr und Wupper schützen sollte. Als frühe Besitzer des Gebäudes sind die Ritter Wandhoff bekannt, die unter anderem auch über ein Erzbergwerk in der Nähe des Hauses Martfeld verfügten. Der Rundturm des Hauses Martfeld stammt in seinem Kern aus dem Jahre 1450 und ist der älteste Teil des heutigen Gebäudes. Im 17. Jahrhundert ließ der damalige Besitzer Adolf Wilhelm Raitz von Frentz zuerst 1618 den Nordflügel und anschließend 1627 den viereckigen Torturm mit Zugbrücke errichten. Der Kaufmann Johann Peter Hochstein kaufte 1752 das Haus Martfeld, ließ den Südflügel bauen und gab dem Gebäude seine heutige Gestalt. Als während des 19. Jahrhunderts die Familie von Elverfeldt in Besitz des Hauses Martfeld war, ließ Friederike Freifrau von Elverfeldt eine Parkanlage um den Gebäudekomplex herum anlegen.

Seit 1962 ist das Schwelmer Heimatmuseum im Haus Martfeld untergebracht und seit 1966 auch das Stadtarchiv. Das Gebäude wurde seitdem im Auftrag der Stadt mehrmals umgebaut und modernisiert. Seit Sommer 2002 wurde der Nordflügel des Hauses mit Museumscafé und Tagungsraum neu eröffnet.

Auf dem Weg dorthin streikte der Bus. An einer Steigung der Straße konnte der Motor wegen der Schräglage des Tanks nicht mehr mit Diesel versorgt werden und blieb stehen. Zunächst mit zwei 5-Liter Kanistern, später mit einem 20-Liter-Kanister wurde von einer nahegelegenen Tankstelle Treibstoff heran geschleppt und der Tank soweit aufgefüllt, dass man den Motor wieder starten konnte. Diese Prozedur dauerte etwa eine Stunde. Außerdem musste noch ein kleiner Umweg gefahren werden, um den beim Mittagessen verloren gegangenen Geldbeutel eines Teilnehmers zu holen und um den Tank an einer Tankstelle wieder aufzufüllen.

In der Umgebung des Hauses Martfeld fand an diesem Tag ein Handwerkermarkt statt, der die Teilnehmer nach dem Kaffeetrinken veranlasste, nicht mehr durch die Altstadt von Schwelm zu gehen. Bei herrlichem Sonnenschein konnte man die vielen Stände besuchen und das Eine oder Andere erwerben. Gegen 17.00 h wurde der Bus zur Heimreise in die Winzermark gestartet, die man nach einer Fahrt durch das Wodantal wohlbehalten erreichte. Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende, der den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Hattingen im Juni 2017

Claus Gareis

Detailinformationen z. T. aus Wikipedia

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